| Das Fach |
Landschaftsökologie befasst sich als Fachgebiet der Landschaftsforschung mit Analyse, Synthese und Bewertung komplexer Wechselbeziehungen zwischen Elementen und Komponenten der Landschaft. Dazu zählen nach Carl Troll auch die anthropogenen und hier vor allem die in den letzten Jahrzehnten wichtigen technogenen Einflüsse. Damit steht der holistische Ansatz in der Landschaftsforschung - im Sinne der Ökologie nach Klink (2001) im Mittelpunkt. Wesentlich ist dabei ein vertieftes Verstehen des Landschaftshaushalts im Rahmen des naturgesetzlich geregelten Wirkungsgefüge biotischer und abiotischer Umweltfaktoren. Verstärkt berücksichtigt werden müssen dabei alle Eingriffe des Menschen in den Naturraum bzw. in die reale Landschaft (Kulturlandschaft). Neben landschaftlichen Strukturveränderungen gilt den zum Teil erheblich modifizierten Stoff- und Energieflüssen stärkeres Interesse. Einer mehr geowissenschaftlich geprägten und zugleich praxisrelevanteren Landschaftsökologie wendeten sich in Deutschland Neef und seine Dresdener Schule, Richter, Neumeister und Leser zu. Sie haben sich in den vergangenen Jahrzehnten insbesondere mit der Entwicklung und Vertiefung des methodischen Instrumentariums auseinandergesetzt. Zunächst standen dabei die Kompartimente Relief, Pflanzendecke, Boden- und Wasserhaushalt im Mittelpunkt der ökosystemaren Forschung. Damit soll das relevante stoffliche und energetische Funktionsgefüge der analysierten Landschaftsräume erfasst werden. Ausgehend von skalenabhängigen Forschungsansätzen ein spezifisches Problemfeld der 1970er-Jahre - und der Übertragbarkeit vom Punkt auf die Fläche (Regionalisierung) wird mittlerweile der systematischen Klärung der Skalenabhängigkeit von Stoff- und Energieflüssen und daraus resultierender Strukturen ein erhöhter Stellenwert im Rahmen Angewandter Landschaftsökologie zugewiesen. Basierend auf systemtheoretischen Überlegungen in der Ökosystemforschung hat die Verwendung von Speichern und Reglem sowie das Modellieren von Prozessen im Rahmen einer Systemanalyse einen erhöhten Stellenwert erfahren. Aufbauend auf den Vorgaben der Systernhierarchie setzt sich das Landschaftsökosystem aus Subsystemen (wie z.B. Boden, Klima, Biozönosen) und Teilsystemen zusammen, wie Geoökosystemen, räumlich auf der Basis des Naturraums und Landschaftsökosystems, räumlich charakterisiert durch die Landschaft. Seit den Zeiten von Carl Troll hat sich die Landschaftsökologie somit inzwischen in ein modernes inter- bis transoder disziplinäres kompartimentorientiertes Forschungsfeld mit wachsendem und stark nachgefragtem Anwendungs- und Berufsbezug weiterentwickelt. Die Landschaftsökologie ist folglich inzwischen aufgrund ihrer profunden Beiträge zu Landnutzung, Raumplanung, Naturschutz und Umweltschutz unverzichtbar für eine sachgerechte Lösung zahlreicher anstehender räumlicher Problemstellungen mit hoher Problemlösungskompetenz geworden. Fachgebiet der Landschaftsforschung, befasst sich mit Analyse, Synthese und Bewertung der komplexen Wechselbeziehungen zwischen allen Elementen und Komponenten der Landschaft, einschließlich der technogenen (holistischer Ansatz in der Landschaftsforschung im Sinne der Ökologie). Erkenntnisziel ist das Verstehen des Landschaftshaushalts als naturgesetzlich geregeltes Wirkungsgefüge aus Lebewesen und deren abiotischer Umwelt. Eingriffe des Menschen in den Naturraum, die bezeichnend für die reale Landschaft (Kulturlandschaft) sind, werden dabei nicht nur als landschaftliche Strukturveränderungen, sondern auch über die veränderten Stoff- und Energieflüsse erfasst. Der landschaftsökologische Ansatz im Sinne Trolls sollte gegenüber den ausgeprägt analytischen Forschungstendenzen der biologischen und geowissenschaftlichen Einzeldisziplinen einer synthetischen "Schau der Natur wieder stärkere Geltung zu verschaffen". Die Herausbildung einer stark geowissenschaftlich geprägten, praxisrelevanten Landschaftsökologie begann in Deutschland mit Neef und seiner Dresdener Schule. Das Landschaftsökosystem ist aus Subsystemen (z.B. Boden, Klima, Biozönose) und Teilsystemen erbaut: Geoökosystem, räumlich repräsentiert durch den Naturraum, Landschaftsökosystem, räumlich repräsentiert durch die Landschaft. Landschaftsökologie heute ein interdisziplinäres Forschungsfeld, keine Wissenschaftsdisziplin, sondern multidisziplinäre Forschungs- und praktische Arbeitsperspektive. Vielfältige ökologisch relevante Fragestellungen in Landnutzung, Raumplanung, Naturschutz und Umweltschutz. |
| Institut | Institut für Geographie und Geoökologie |
| Prüfer | Prof. Dr. Manfred Meurer |
| Credits | 24,00 |
| fachbezogene Studienberatung | Dipl. Geoökol. Christian Jones |
| Anforderungen |
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| Kombinationsvorschläge | |
| Berufsfelder |
Die möglichen Berufsfelder werden vor allem von den jeweiligen Wahlpflichfächern bestimmt, daher sind Angaben an dieser Stelle nicht möglich. |

