| Das Fach |
Das Ingenieurfach Siedlungswasserwirtschaft und Wassergütewirtschaft befasst sich mit mindestens 4 miteinander verflochtenen Aufgabenstellungen:
- der sicheren Versorgung mit Wasser
- der Sicherung hygienischer Lebensgrundlagen in den Siedlungsbereichen,
- der sicheren Ableitung von Abwasser und Niederschlägen aus Siedlungen,
- dem Gewässerschutz (bezogen auf Lebensraum und Ressource).
In unseren Breiten scheinen insbesondere die erstgenannten Aufgaben weitgehend gelöst, z.B. die Versorgung von Mensch und Gewerbe mit Wasser oder auch der Rückhalt von Wasserinhaltsstoffen aus dem gebrauchten Wasser, die natürliche Gewässer gefährden. Die vorrangigen Herausforderungen sind also aufgegriffen und mit Erfolg bearbeitet. Dies gilt aber nicht für viele Regionen in Entwicklungsländern.
Trotzdem oder gerade weil wir die Probleme einer zentralen Wasserversorgung und der Ableitung und Reinigung des genutzten Wassers nicht mehr unmittelbar sehen, ist zu fragen, ob Gefährdungen aus der Wasserver- und Abwasserentsorgung nicht auf andere Weise wieder in den unmittelbaren Lebensraum des Menschen eindringen. Wir haben gelernt, dass gerade in den Industrienationen der Nutzungsdruck so hoch sein kann, dass ganze Ökosysteme und letztlich auch wir selbst gefährdet sind. Diese neue Besorgnis kommt deutlich zum Ausdruck in der europäischen Wassergesetzgebung und den nachgeordneten Bundes- und Landeswassergesetzen. Die einzelnen Phasen des Wasserkreislaufs in aber auch außerhalb von Siedlungen sind genauer, langfristiger und großräumiger zu analysieren mit dem Ziel eines umfassenden Schutzes der Wasserressourcen und Ökosysteme.
Die Siedlungswasserwirtschaft ist heute auch als Stoffstromwirtschaft aufzufassen, da:
- Erfahrungen der Industriewasserwirtschaft, einem Teilgebiet der Siedlungswasserwirtschaft, zeigen, dass nur die Bilanzierung aller Stoffströme eine verlässliche Analyse zulässt,
- viele der Stoffströme in Siedlungen, insbesondere in ihrer Entsorgungsphase mit Wasser bewegt werden,
- nur gesamte Stoffstromanalysen erkennen lassen, wo Gefahr zu befürchten ist und wo angesetzt werden muss und kann,
- zeitlich und räumlich aggregierte Stoffstromanalysen unsere gegenwärtigen Wissensdefizite offen legen.
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| Anmerkungen |
Zulassung zur Diplomprüfung:
Um zur Diplomprüfung Siedlungswasserwirtschaft zugelassen zu werden, müssen Geoökologen drei Scheine machen. Zur Auswahl für die Scheine stehen folgende Veranstaltungen:
- Gewässerökologisches Seminar
- Gewässerökologisches Praktikum (nur nach Besuch des Gewässerökologischen Seminars)
- Praktikum zur Verfahrenstechnik der Wassergütewirtschaft
- Praktikum Verfahrenstechnik in der Abwasserwirtschaft
- Projekt Planen, Entwerfen, Konstruieren
- Studienarbeit (60 Stunden)
Diplomprüfung:
Die Diplomprüfung umfasst insgesamt 6 SWS. Die Vorlesung Siedlungswasserwirtschaft / Ingenieurökologie als Grundlagenvorlesung ist immer Gegenstand der Prüfung. Der Teil Ingenieurökologie wird schriftlich bei Prof. Winter geprüft. Die Studierenden können weitere Vorlesungen mit insgesamt 4 SWS aus der folgenden Liste frei auswählen:
- Stoffstromanalyse u. management inder Wassergütewirtschaft (2 SWS)
- Bemessung von Anlagen in der Siedlungswasserwirtschaft sowie Übungen dazu (2 SWS)
- Bemessung, Entwurf u. Planung von Entwässerungssystemen (1 SWS)
- Dezentrale Systeme (1 SWS)
- Verfahrenstechnik in der Wassergütewirtschaft (2 SWS)
- Physikalisch-chemische Verfahren der SWW (2 SWS)
- Einführung in die Industrieabwasserreinigung (2 SWS)
Informationen zum Wahlpflichtfach auf den Seiten des Instituts
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