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INTERREG GRETA (GRETA - GRoundwater EvoluTions and resilience of Associated biodiversity - Upper Rhine)

  • Ansprechperson:

    Christian Damm

  • Förderung:

    Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

  • Starttermin:

    10/2023

  • Endtermin:

    06/2027

Das EU-geförderte französch-deutsche Projekt untersucht die Grundwasserentwicklung im mittleren und südlichen Oberrheingraben in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In Trägerschaft der französischen Behörde BRGM (dt.: Büro für Geologie- und Bergbauforschung) und unter maßgeblicher Beteiligung der LUBW (Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg) geht es zum einen um die Modellierung der Grundwassermengen und -wasserstände.
Desweiteren bearbeitet das KIT-IfGG im Projektbaustein „Biodiversität“ auf der deutschen Seite die Fragestellung, wie sich die Grundwasserentwicklungen auf die Lebensräume auswirken. Diese Fragestellung wird parallel im Elsass von der Universität Strasbourg (Laboratoire LIVE) untersucht. In Baden stehen die langfristige Veränderung von Feuchtgebieten und Gewässern auf der Niederterrasse im Mittelpunkt. Diese sind von Veränderungen des regionalen Landschaftswasserhaushaltes mutmaßlich in besonderem Maße betroffen und werden nicht vom überregional gesteuerten Grundwassereinfluss des Rheins beeinflusst.

Indikatoren für die Veränderungen der Lebensräume sind zum einen die Grundwasserstände, welche mit Grundwasser-Drucksonden an den Standorten gemessen wurden.

Grundwasserlogger-Einbau im Projekt

Die eigentlichen Auswirkungen zeigen sich v.a. in der Zusammensetzung der Pflanzenwelt von Feuchtgebietslebensräumen, für die vergleichende Untersuchungen über möglichst lange Zeiträume angestellt werden. Eine komplizerte Recherche nach verlässlichen historischen Vegetationsdaten (1950er bis 1980er-Jahre) stand am Beginn des Projektes.

GRETA_Datenrecherche_Dachkammer

Möglichst genau an diesen Standorten wurden die Flächen als Wiederholungsaufnahme 2024 und 2025 erneut untersucht, um im direkten Vergleich die Veränderungen über die Jahrzehnte analysieren zu können.

Vegetationsaufnahme Seggenried (Mühlmatten)

Naturnahe Standorte ohne weitere menschliche Nutzungseinflüsse konnten nur selten mit historischen Aufnahmen belegt werden, aber einige Erlenbruchwälder zeigen noch heute sehr naturnahe Zustände.

Vegetationsaufnahme Erlenbruch (Urloffen)

Weitaus die meisten Datenpunkte konnten in feuchtem und nassem Grünland gefunden und wieder aufgenommen werden. Diese Lebensräume sind heute durch Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung und Siedlungsentwicklungen deutlich seltener geworden und oft nur noch in Naturschutzgebieten zu finden. Pflanzen sind gute Zeiger für ökologische Veränderungen der Standorte: ihre sogenannten Zeigerwerte und weitere artenspezifische Charakteristika werden genutzt, um mit statistischen Auswertungen Rückschlüsse auf die Veränderungsursachen der Standorte zu ziehen. Der Faktor Grundwasser steht dabei im Mittelpunkt, aber auch andere v.a. nutzungsbedingte Faktoren haben die Standorte deutlich verändert. Dabei sind Grundwasserabnahmen durch Entwässerung eine Ursache, aber auch bei gleichbleibenden Grundwasserständen wurden starke Veränderungen gefunden. Diese können z.B. durch größere Nährstoffverfügbarkeit (Stickstoffdüngung), Nutzungsintensivierung oder auch Nutzungsaufgabe begründet sein.

 

Das Projekt wird vom Umweltministerium Baden-Württemberg über das Regierungspräsidium Karlsruhe, Ref. 52 gefördert.