
Interreg GRETA (GRoundwater EvoluTions and resilience of Associated biodiversity - Upper Rhine)
- Ansprechperson:
- Förderung:
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
- Starttermin:
10/2023
- Endtermin:
06/2027
Der Grundwasserleiter des Rheins
Mit einem geschätzten Volumen von 65 bis 80 Mrd. m³ befindet sich im Oberrheingraben einer der größten Grundwasserleiter Mitteleuropas. Durch Wasserentnahme und großflächige Entwässerungsmaßnahmen unterliegt der Grundwasserspiegel im Oberrheingraben jedoch starken Veränderungen. Hinzu kommt die Gefährdung der Grundwasserqualität durch anorganische und organische Belastung.
Das GRETA-Projekt (GRoundwater EvoluTions and resilience of Associated biodiversity – Upper Rhine)
Das internationale Projekt untersucht den Grundwasserhaushalt im mittleren und südlichen Oberrheingraben in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In Trägerschaft der französischen Behörde BRGM (dt.: Büro für Geologie- und Bergbauforschung) und unter maßgeblicher Beteiligung der LUBW (Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg) wird die Modellierung der Grundwasserstände fokussiert.
Die Rolle des KIT-IfGG
Das KIT-IfGG bearbeitet ergänzend auf der deutschen Seite die Fragestellung, wie sich diese Grundwasserentwicklungen auf die Biodiversität auswirken. Parallel wird diese Fragestellung im Elsass von der Universität Strasbourg (Laboratoire LIVE) untersucht. Dabei soll v.a. die langfristige Veränderung von Feuchtgebieten und Gewässern auf der Niederterrasse im Mittelpunkt stehen. Diese sind von Veränderungen des Landschaftswasserhaushaltes mutmaßlich in besonderem Maße betroffen. Indikatoren für die Veränderungen sind neben den Grundwasserständen hier v.a. die floristische Zusammensetzung von Feuchtgebietslebensräumen, für die vergleichende Untersuchungen über möglichst lange Zeiträume angestellt werden.
Indikatoren für die Veränderungen der Lebensräume sind zum einen die Grundwasserstände, welche mit Grundwasser-Drucksonden an den Standorten gemessen wurden.

Die eigentlichen Auswirkungen zeigen sich v.a. in der Zusammensetzung der Pflanzenwelt von Feuchtgebietslebensräumen, für die vergleichende Untersuchungen über möglichst lange Zeiträume angestellt werden. Eine komplizerte Recherche nach verlässlichen historischen Vegetationsdaten (1950er bis 1980er-Jahre) stand am Beginn des Projektes.

Möglichst genau an diesen Standorten wurden die Flächen als Wiederholungsaufnahme 2024 und 2025 erneut untersucht, um im direkten Vergleich die Veränderungen über die Jahrzehnte analysieren zu können.

Naturnahe Standorte ohne weitere menschliche Nutzungseinflüsse konnten nur selten mit historischen Aufnahmen belegt werden, aber einige Erlenbruchwälder zeigen noch heute sehr naturnahe Zustände.

Weitaus die meisten Datenpunkte konnten in feuchtem und nassem Grünland gefunden und wieder aufgenommen werden. Diese Lebensräume sind heute durch Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung und Siedlungsentwicklungen deutlich seltener geworden und oft nur noch in Naturschutzgebieten zu finden. Pflanzen sind gute Zeiger für ökologische Veränderungen der Standorte: ihre sogenannten Zeigerwerte und weitere artenspezifische Charakteristika werden genutzt, um mit statistischen Auswertungen Rückschlüsse auf die Veränderungsursachen der Standorte zu ziehen. Der Faktor Grundwasser steht dabei im Mittelpunkt, aber auch andere v.a. nutzungsbedingte Faktoren haben die Standorte deutlich verändert. Dabei sind Grundwasserabnahmen durch Entwässerung eine Ursache, aber auch bei gleichbleibenden Grundwasserständen wurden starke Veränderungen gefunden. Diese können z.B. durch größere Nährstoffverfügbarkeit (Stickstoffdüngung), Nutzungsintensivierung oder auch Nutzungsaufgabe begründet sein.
Im Rahmen des Projekts bieten wir interessante Abschlussarbeiten an.
Das Projekt wird vom Umweltministerium Baden-Württemberg über das Regierungspräsidium Karlsruhe, Ref. 52 gefördert.