ATTO HydroStore – Wassernutzung und Speicherkapazität amazonischer IndikatorBaumarten unterschiedlicher phänologischer Strategietypen und Ökosysteme in Zeiten des Klimawandels
- Ansprechperson:
- Förderung:
BMFTR (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt)
- Projektbeteiligte:
Max Planck Institut für Biogeochemie, Jena; Julius-Kühn-Institut für Waldschutz, Quedlinburg; Nationales Institut für Amazonasforschung (INPA-MAUA), Manaus, Brasilien
- Starttermin:
04/2025
- Endtermin:
03/2028
ATTO_Hydrostore
Das Amazon Tall Tower Observatory (ATTO) ist ein deutsch-brasilianisches Forschungsprojekt, das die komplexen Wechselwirkungen zwischen dem Regenwald, dem Boden und der Atmosphäre an einem nahezu ungestörten Standort tief im Amazonas-Regenwald untersucht. Durch die Langzeitbeobachtung biogeochemischer Kreisläufe, des Wasserkreislaufs und der Energieflüsse, soll die Rolle des Amazonas-Regenwaldes im globalen Klimasystem besser verstanden werden und damit auch die Vorhersage der Auswirkungen von Klima- und Landnutzungsveränderungen verbessert werden.
Um die Auswirkungen zunehmender extremer Dürre- und Überschwemmungsereignisse auf das Wachstum, die Photosyntheseleistung sowie die Funktion des Amazonas-Regenwaldes als Kohlenstoffspeicher besser zu verstehen, untersucht das Projekt „ATTO HydroStore“ die Frage, ob und in welchem Ausmaß Bäume Wasser im Stamm speichern und dieses während Stressphasen nutzen können. Dieser Mechanismus ist bislang nur unzureichend erforscht, vorläufige Ergebnisse von Wasserdampf-Isotopenanalysen aus vorangegangene Projektphasen deuten aber darauf hin, dass die Bäume Wasser im Stamm speichern und in der Trockenzeit nutzen.
Die wichtigsten Vorhaben umfassen:
Teilprojekt 2.3 untersucht die saisonale Variation des Wassergehalts und der Speicherkapazität bei je zwei Baumarten in drei Waldökosystemen (Hochlandwald - terra firme, Savannenwald - campinarana, Überschwemmungswald - igapó). Dabei kommen elektrische Widerstandsmessungen, Holzbohrkerne, Saftflussmessungen, Isotopenanalysen (δ¹⁸O, δ²H) sowie Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) zum Einsatz. Ziel ist es, Wasserspeicherung und -nutzung über verschiedene Zeitskalen zu bilanzieren.
Teilprojekt 3.2 führt das bereits laufende Monitoring von Holzwachstum (Dendrometer) und Phänologie fort, erweitert auf den Überschwemmungswald. Zusätzlich wird die Populationsstruktur der Baumarten aus Teilprojekt 2.3 erfasst und analysiert, um Reaktionen auf historische Klimaextreme – etwa die El-Niño-Dürre 2023/24 – zu rekonstruieren.