Stiftung Naturschutzfonds Baden-WürttembergStiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg

Wasserhaushalt und Biodiversität im Schiftunger Bruch und Umgebung

  • Ansprechperson:

    Christian Damm

    Leonard Pfaff

    Lars Gerstner

  • Förderung:

    Mit Unterstützung der Stiftung Naturschutzfonds gefördert aus zweckgebundenen Erträgen der Glücksspirale

  • Starttermin:

    06/2026

  • Endtermin:

    05/2029

Wasserhaushalt und Biodiversität im Schiftunger Bruch und Umgebung

Naturschutzfachliche Optimierungen der Schiftunger Bruchwiesen – Flächenmanagement und Wasserhaushalt

Das Schiftunger Bruch und die umliegenden Wälder - südwestlich von Baden-Baden in der historischen Flusslandschaft der Kinzig-Murg-Rinne gelegen - sind Teil eines mittelbadischen Feuchtgebietskomplexes. Hier finden sich Reste von Niedermooren und ein reiches Mosaik verschiedener Feuchthabitate in enger Verzahnung mit höher gelegenen ehemaligen Flussinseln.

l. Geringe Reliefunterschiede führen zur Ausbildung verschiedener Grünlandtypen  r. Sumpfdotterblume (Caltha palustris)
l. Geringe Reliefunterschiede führen zur Ausbildung verschiedener Grünlandtypen  r. Sumpfdotterblume (Caltha palustris)

Das daraus resultierende Landschaftsmosaik hat Potenzial für naturschutzfachliche Optimierungen. Im Projektraum, insbesondere den Schiftunger Bruchwiesen, besteht eine extensive Feuchtgrünlandnutzung durch Koppelbeweidung und Pflegemahd. Das Projekt bearbeitet die Frage, ob und wie durch naturschutzfachlich erweiterte Entwicklungsziele in Verbindung mit Veränderungen der Mahd- und Beweidungspraxis eine Verbesserung der naturschutzfachlichen Situation ermöglicht werden kann.

aktuelle Beweidung einer Teilfläche des Schiftunger Bruchs mit 35 Reha- und Rentnerferden
Aktuelle Beweidung einer Teilfläche des Schiftunger Bruchs mit 35 Reha- und Rentnerpferden

Dabei spielt die Sicherung eines feuchtgebietstypischen Wasserhaushaltes eine zunehmend wichtige Rolle. Die langjährige Entwässerungspraxis hat zu Beeinträchtigungen der vorhandenen Moor- und Anmoorböden geführt, so dass eine Optimierung des Wasserhaushaltes u.a. durch wasserwirtschaftliche Maßnahmen (Grabenstau) untersucht wird.

l. bestehendes Entwässerungssystem r. bodenkundliche Untersuchung mit vererdetem Niedermoortorf und darunterliegender Stauschicht
l. bestehendes Entwässerungssystem r. bodenkundliche Untersuchung mit vererdetem Niedermoortorf und darunterliegender Stauschicht

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Konzepts, in dem die extensive landwirtschaftliche und forstliche Nutzung mit einer naturschutzfachlich optimierten Feuchtgebietsentwicklung kombiniert wird. Dabei ist für die nachhaltige Bewirtschaftung des Offenlandes auch die Entwicklung einer Förderkonzeption von Bedeutung, die naturschutzfachlichen und bodenschutzfachlichen Mehrwert durch optimierte Landnutzung wirtschaftlich möglich macht. Der Erhalt der Moor- und Anmoorbereiche unter den Bedingungen des fortschreitenden Klimawandels stellt dabei eine besondere Herausforderung dar.

Parallel zur Konzepterstellung werden bereits erste Maßnahmen zur Stabilisierung des Wasserhaushalts umgesetzt und die Beweidungspraxis in Zusammenarbeit mit dem ansässigen Landwirt angepasst.

Um floristische und wasserhaushaltliche Veränderungen langfristig erfassen zu können, wurden zu Beginn des Projekts Dauerbeobachtungsflächen und Grundwasser­messstellen eingerichtet. In den kommenden Jahren werden die Vegetationsaufnahmen durch Untersuchungen der Laufkäferfauna sowie der Avifauna, insbesondere der Limikolen, ergänzt.