
Water balance and biodiversity in the Schiftunger Bruch and the surrounding area
- Contact:
- Funding:
With the support of the Baden-Württemberg Nature Conservation Fund, funded from earmarked proceeds from the Glücksspirale lottery
- Startdate:
06/2026
- Enddate:
05/2029
Schiftunger Bruch
Das Schiftunger Bruch und die umliegenden Wälder - südwestlich von Baden-Baden in der historischen Flusslandschaft der Kinzig-Murg-Rinne gelegen - sind Teil eines mittelbadischen Feuchtgebietskomplexes. Hier finden sich Reste von Niedermooren und ein reiches Mosaik verschiedener Feuchthabitate in enger Verzahnung mit höher gelegenen ehemaligen Flussinseln.
Das daraus resultierende Landschaftsmosaik hat Potenzial für naturschutzfachliche Optimierungen. Im Projektraum, insbesondere den Schiftunger Bruchwiesen, besteht eine extensive Feuchtgrünlandnutzung durch Koppelbeweidung und Pflegemahd. Das Projekt bearbeitet die Frage, ob und wie durch naturschutzfachlich erweiterte Entwicklungsziele in Verbindung mit Veränderungen der Mahd- und Beweidungspraxis eine Verbesserung der naturschutzfachlichen Situation ermöglicht werden kann.
Dabei spielt die Sicherung eines feuchtgebietstypischen Wasserhaushaltes eine zunehmend wichtige Rolle. Die langjährige Entwässerungspraxis hat zu Beeinträchtigungen der vorhandenen Moor- und Anmoorböden geführt, so dass eine Optimierung des Wasserhaushaltes u.a. durch wasserwirtschaftliche Maßnahmen (Grabenstau) untersucht wird.
Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Konzepts, in dem die extensive landwirtschaftliche und forstliche Nutzung mit einer naturschutzfachlich optimierten Feuchtgebietsentwicklung kombiniert wird. Dabei ist für die nachhaltige Bewirtschaftung des Offenlandes auch die Entwicklung einer Förderkonzeption von Bedeutung, die naturschutzfachlichen und bodenschutzfachlichen Mehrwert durch optimierte Landnutzung wirtschaftlich möglich macht. Der Erhalt der Moor- und Anmoorbereiche unter den Bedingungen des fortschreitenden Klimawandels stellt dabei eine besondere Herausforderung dar.
Parallel zur Konzepterstellung werden bereits erste Maßnahmen zur Stabilisierung des Wasserhaushalts umgesetzt und die Beweidungspraxis in Zusammenarbeit mit dem ansässigen Landwirt angepasst.
Um floristische und wasserhaushaltliche Veränderungen langfristig erfassen zu können, wurden zu Beginn des Projekts Dauerbeobachtungsflächen und Grundwassermessstellen eingerichtet. In den kommenden Jahren werden die Vegetationsaufnahmen durch Untersuchungen der Laufkäferfauna sowie der Avifauna, insbesondere der Limikolen, ergänzt.